Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.
Gummidruck, Notizen zum geschichtlichen Hintergrund

Der Gummidruck ist ein altes fotografisches Verfahren, das eine Blütezeit um die Jahrhundertwende hatte, der Name Kunstphotographie ist untrennbar mit dem Kopierverfahren Gummidruck verbunden. Dieses Verfahren wurde ver­wendet, weil es anders als die reinen photographischen Kopierverfahren Möglichkeiten zu kreativem Gestalten bot. Man kann damit bewusst Tonwerte gestalten, betonen oder unterdrücken, wie man es beabsichtigt und man kann in Farben gestalten, man kann Bilder nach eigener Auffassung anfer­tigen.

Um die Jahrhundertwende ist in der Kunst ein Ringen um neue Ausdrucksfor­men deutlich, der Jugendstil ist die erste neue Kunstrichtung, die international akzeptiert wird, anders als der vorausgehende Impressionismus in der Male­rei, der sehr kontrovers eingeschätzt wurde. Aus den Elementen des impres­sionistischen Sehens sowie den sich schnell etablierenden graphischen Stil­elementen der Jugendstilkunst kam so etwas wie eine Jugendstilphotogrophie auf, die ihr Ausdrucksmittel ganz vorwiegend im Gummidruck fand. Damit fand die Fotografie auch einen weiteren Geltungsbereich: Der erste ist ja das Sehen - das Fotografieren können, der zweite nun die Möglichkeiten in der Gestaltung des Positivs durch den schmiegsamen aber leider sehr umständli­chen und langsamen Gummidruck.

Es wurde um die Jahrhundertwende in England, den USA, Frankreich und Deutschland ein Photogrophierstil entwickelt, der mühelos über die bild­mäßige Fotografie bis in unsere Zeit hineintransportiert wurde und untrennba­rer Bestandteil heutigen foto-künstlerischen Schaffens noch immer ist.

Natürlich sind die Anlehnungen an impressionistische Malerei, an Malerei des Zeitgeistes der Jahrhundertwende heute nicht mehr „in", aber dieser Krea­tivitätsschub lebt bis heute fort.

Man sehe sich die hervorragenden Künstlerphotographen der Jahrhundert­wende genau an, Heinrich Kühn, Hans Watzek, Robert Demachy, Constant Puyo usw. usw. und man wird erstaunt sein, wie bekannt und angenehm diese Fotografie noch heute wirkt.

In dieser Tradition der noch lebenden kreativen Fotografie der Jahrhundert­wende bewegt sich Marian Stefanowski, ihm gelingt es, heutige Motive nach seiner Vorstellungswelt mit den alten Mitteln der Kunstphotographie für uns zu präsentieren, uns ästhetischen Genuss zu bereiten.